Eine Badsanierung ist ein komplexes Projekt mit vielen Entscheidungen. Damit nichts schiefgeht, haben wir die 15 wichtigsten Punkte zusammengestellt, die Sie beachten sollten. Dieser Ratgeber basiert auf unserer 17-jährigen Erfahrung als Hamburger Meisterbetrieb.
Vor der Sanierung
1. Genehmigungen prüfen
In der Regel benötigen Sie für eine Badsanierung keine Baugenehmigung. Ausnahmen: Wenn tragende Wände verändert werden oder die Grundrissgestaltung sich ändert. In Mietwohnungen benötigen Sie die Zustimmung des Vermieters. In denkmalgeschützten Gebäuden (in Hamburg z.B. in der Speicherstadt) gelten besondere Auflagen.
2. Abdichtung ist Pflicht
Die Abdichtung ist der wichtigste Punkt bei jeder Badsanierung. Fehlende oder mangelhafte Abdichtung führt zu Wasserschäden, Schimmel und teuren Folgeschäden. Nach DIN 18534 müssen Duschbereiche und Badewannenumgebungen fachgerecht abgedichtet werden.
Achtung: Mangelhafte Abdichtung ist der häufigste Fehler bei Badsanierungen und kann zu Schäden von 10.000 € und mehr führen!
3. Leitungen prüfen lassen
Vor der Sanierung sollten alle Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen geprüft werden. In Hamburger Altbauten (vor 1970) sind oft noch Bleirohre verbaut, die ausgetauscht werden müssen. Auch die Elektroinstallation muss den aktuellen Normen entsprechen (FI-Schutzschalter Pflicht).
4. Belüftung sicherstellen
Ausreichende Belüftung verhindert Schimmelbildung. Innenliegende Bäder ohne Fenster benötigen eine mechanische Lüftung. Prüfen Sie, ob die vorhandene Lüftung ausreicht oder ob eine Nachrüstung nötig ist.
Während der Sanierung
5. Richtige Reihenfolge der Gewerke
Die Reihenfolge ist entscheidend: 1. Demontage, 2. Rohinstallation (Sanitär + Elektro), 3. Estrich + Abdichtung, 4. Fliesen, 5. Sanitärobjekte + Armaturen, 6. Beleuchtung + Spiegel, 7. Silikon + Fugen, 8. Endreinigung. Eine falsche Reihenfolge führt zu Verzögerungen und Mehrkosten.
6. Trocknungszeiten einhalten
Estrich, Abdichtung und Fliesenkleber benötigen ausreichende Trocknungszeiten. Wird zu früh weitergearbeitet, drohen Risse und Ablösungen. Ein professioneller Fachbetrieb kennt die Trocknungszeiten und plant sie im Zeitplan ein.
7. Schallschutz beachten
Besonders in Mehrfamilienhäusern ist Schallschutz wichtig. Entkoppelte Installationen, Schallschutzmatten unter Fliesen und geräuscharme Armaturen sorgen dafür, dass Ihre Nachbarn nicht gestört werden.
Materialwahl
8. Fliesen: Rutschfestigkeit beachten
Bodenfliesen im Bad sollten mindestens die Rutschfestigkeitsklasse R10 haben (R11 für bodengleiche Duschen). Achten Sie auf die Abriebklasse (mindestens PEI III für Badböden) und die Wasseraufnahme (max. 3 % für Feuchträume).
9. Armaturen: Qualität zahlt sich aus
Investieren Sie in hochwertige Markenarmaturen (Hansgrohe, Grohe, Villeroy & Boch). Billige Armaturen tropfen schnell, verkalken und müssen nach wenigen Jahren ersetzt werden. Thermostatarmaturen bieten zusätzlichen Komfort und Sicherheit.
10. Sanitärobjekte: Wandmontage bevorzugen
Wandhängende WCs und Waschtische erleichtern die Bodenreinigung und lassen das Bad größer wirken. Vorwandsysteme (z.B. Geberit) bieten zudem Stauraum und Schallschutz.
Nach der Sanierung
11. Gründliche Abnahme
Nehmen Sie sich Zeit für die Abnahme: Prüfen Sie alle Armaturen, Fugen, Fliesen und Elektrik. Dokumentieren Sie eventuelle Mängel schriftlich mit Fotos. Unterschreiben Sie das Abnahmeprotokoll erst, wenn alles in Ordnung ist.
12. Silikonfugen pflegen
Silikonfugen sind die Schwachstelle jedes Bades. Reinigen Sie sie regelmäßig mit mildem Reiniger (kein Scheuermittel!) und lüften Sie nach dem Duschen. Silikonfugen sollten alle 5-8 Jahre erneuert werden.
13. Dokumentation aufbewahren
Bewahren Sie alle Unterlagen auf: Rechnungen, Garantiescheine, Pflegeanleitungen, Farbcodes der Fliesen und Fugenmaterial-Bezeichnungen. Diese Informationen sind bei späteren Reparaturen oder einem Verkauf Gold wert.
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